Jetzt konnten wir damit anfangen das zerstörte Fachwerk im Inneren des Hauses zu restaurieren. So ersetzten wir fehlende oder morsche Balken durch neue alte Eichenbalken, Gefache wurden instandgesetzt oder neu ausgemauert und verputzt.

Die noch vorhandenen ursprünglichen Lehmwände haben wir auch in der gleichen Form wieder mit Lehm ausgebessert und verputzt. Selbst zerstörte Fächer ließen sich leicht durch ein Geflecht aus Haselnuß und Weide, welches dann von beiden Seiten mit einem Lehm-Stroh Gemisch verschmiert wurde, wieder herstellen. Ein Blick von innen auf den oberen Teil des Torgiebels läßt erkennen, daß die Fächer früher mit Bruchsteinen ausgemauert waren. Diese Bauweise ist sehr stabil, hat sie nun doch fast 2 Jahrhunderte überdauert... Bruchsteine wurden mit Kalk vermörtelt und verputzt, so können die Fächer mit dem Holz arbeiten.

Die Außenarbeiten haben wir am Südgiebel begonnen, da dieser am meisten mitgenommen war. Auch hier sind  im oberen Bereich fast alle Bruchstein-Fächer erhalten. Da diese aber bei früheren Baumaßnahmen vor unserer Zeit mit Zementputz versehen wurden, waren diese stark beschädigt oder fielen beim Abschlagen des Putzes aus dem Fach heraus. Die Steine konnten nur teilweise wieder verwendet werden. Der untere Bereich war am schlimmsten betroffen, hier wurde ausgebessert, geflickt und alles vermauert was man kriegen konnte.

Ein paar Jahre später folgte dann ein Teilausbau des Dachgeschosses. Die alte Kornkammer und der darüber befindliche Speicher wurden in Absprache mit der Denkmalbehörde zu Wohnraum umgebaut. Im Südgiebel wurden dazu 7 kleine nach außen zu öffnende zweiflügelige Holzfenster eingebaut

Zur Gartenseite waren auch die ursprünglichen Lehmfächer erhalten, diese haben wir nach Abschlagen des “Betonputzes” vorgefunden. Auch hier restaurierten wir die Fächer nach alter Bauweise. Auch die Straßenseite des Hauses nahmen wir uns vor, nicht zuletzt weil wir überall neue Holzfenster und Türen einbauen wollten. Mit dem Torgiebel schließt sich dann der Kreis der Sanierungsarbeiten rund ums Haus. Wie schon erwähnt war dieser Giebel mit seinem Bruchsteinmauerwerk am besten erhalten. Leider war auch dieser mit einem Betonputz versehen. Doch hier haben wir uns sehr viel Mühe gegeben, die Bruchsteine wieder zu verwenden. Auf den Bildern kann man schön erkennen, wie das alte Steinmaterial mit einem Sumpfkalkmörtel wieder vermauert wurde. Der abschließende Kalkputz und der Anstrich des Fachwerks ließen den Giebel in neuem Glanz erscheinen. Nach der Restaurierung des alten Giebeltores wurde dann noch der Schriftzug über dem Tor farblich hervorgehoben.

1991 haben wir dieses denkmalgeschützte Zweiständer Fachwerkhaus gekauft. Erbaut wurde es im Jahre 1820, war also zu diesem Zeitpunkt schon 171 Jahre alt. Das erste Bild, welches wie alle anderen durch Anklicken vergrößert werden kann, zeigt den Gesamtzustand des Hauses beim Kauf. Was man hier nicht sehen kann sind die vielen Fachwerkschäden und vor allem der völlig verbaute Innenraum. Eine komplette Sanierung von innen und außen war dringend erforderlich.

Auf den Bildern oben sind ein paar Details zu den Schäden am äußeren Fachwerk festgehalten und im Innenbereich war das Fachwerk nur zu erahnen... Im Haus Inneren haben wir mit unseren Arbeiten begonnen. Einige Impressionen von den Abrissarbeiten zeigen wir auf den folgenden Bildern. Es wurde alles entfernt, was nicht ursprünglich zum Hause gehörte. Die Decken waren abgehangen, die Räumlichkeiten selber ähnelten teilweise eher einer Höhlenwohnung, Fachwerkständer waren mit Ziegeldraht verkleidet und beulig verputzt. Ein Badezimmer befand sich genau an der Stelle des Hauses, wo früher einmal über offenem Feuer Wurst und Schinken geräuchert wurde, der Schornstein stammt aus jüngerer Vergangenheit. Insgesamt haben wir 23 Bauschutt- und Müllcontainer abgefahren und allmählich konnten wir die eigentlichen Proportionen der Diele, des Fletts und der angrenzenden Wohnräume erkennen...

Um in den oberen Wohnraum zu gelangen haben wir uns vom Tischler eine Treppe aus Eiche anfertigen lassen. Das zweite Obergeschoss ist durch eine weitere Eichentreppe erreichbar.

Zeitgleich mit den Restaurierungsarbeiten entstand auch unser Bauerngarten. Alte Ziegelsteine und Buchsbaumpflanzen wurden hier verwendet. Über die Jahre wuchs alles zu einem wunderschönen Garten heran. Auch einen kleinen Teich haben wir hier angelegt, an heißen Sommertagen kann man hier vom Steg aus die Beine im Wasser abkühlen. Viele Stauden und Rosen erfreuen uns mit ihrem Blütenflor und verwandeln diesen Ort in eine grüne Oase. Die folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck über die verschiedenen Jahrezeiten in unserem Garten....

Unser Fachwerkhaus

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